CTG Wehenschreiber

Der Wehenschreiber, medizinisch auch Kardiotokograph (CTG) oder Herztonwehenschreiber genannt, ist ein medizinisches Gerät mit Bauchgurt, mit dem Arzt oder Hebamme die Herzfrequenz des Ungeborenen in Verbindung mit der Länge, Stärke und Häufigkeit der Wehen der Mutter messen können. Er wird vor allem in Kliniken während der Geburt eingesetzt, um die Gesundheit des Babys kontinuierlich zu überwachen. Unter bestimmten Umständen kommt der Wehenschreiber aber auch schon in der Schwangerschaft zum Einsatz.


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Die Gefahr, dass von seiten der Ärzteschaft oder Pflegepersonal überreagiert wird, ist groß, falls das CTG ungewöhnliche Ergebnisse anzeigt. Ungewöhnliche Ergebnisse wie zum Beispiel falsch-positive Interpretationen können sich ergeben, wenn der Bauchgurt nicht richtig platziert oder verrutscht ist, das Baby gerade schläft oder die Mutter sich bewegt oder schlecht liegt (Rückenlage). Das führt zu unnötigem, zusätzlichem Stress im Geburtszimmer, der hinderlich für den entspannten Zustand aller Beteiligten ist. Angst und Stress können zu übereifrigem Aktionismus wie zum Beispiel Verabreichung von Medikamenten oder Geburtseinleitung führen.

Bei normal verlaufender Schwangerschaft und guter Gesundheit von Mutter und Baby ist eine CTG-Untersuchung nicht notwendig. Es handelt sich um eine verzichtbare Routinemaßnahme, die mehr schaden könnte als nutzen.

 

Risiken des CTG

  • häufige CTG Kontrollen stören den natürlichen Geburtsverlauf und die Hormonausschüttungen des mütterlichen Organismus. Das feine Zusammenspiel der Hormone ist die Basis einer normal verlaufenden Geburt.
  • Der Wechsel vom Kreiszimmer ins CTG-Zimmer ist belastend für die Mutter und reisst sie aus dem Prozess der Wehen- und Schmerzverarbeitung heraus. Das Einlassen und Mitschwingen auf Wehe und Wehenpause ist ein wesenticher Teil der Geburtsarbeit und sollte keinesfalls gestört werden, ganz im Gegenteil: unterstützt, gewahrt und beschützt werden.
  • Dauerüberwachung durch CTG  führt zu Bewegungseinschränkung der Mutter. Bewegung ist essentiell für das Verkraften des Wehenschmerzes und fördert die richtige Einstellung des kindlichen Kopfes in den Geburtskanal. Bewegung während der Geburt ist ein natürliches Bedürfnis und sollte ermöglicht und gefördert werden.
  • Wenn die Geburt aus dem Ruder läuft durch häufige CTG-Kontrollen oder CTG-Dauerüberwachung und dessen panikmachenden Interpretationen („Herztöne des Babys sind schlecht. Sie wollen doch nicht Ihr Kind gefährden!“), endet eine Geburt oft im Kaiserschnitt, Saugglocken-oder Zangengeburt.
  • Das Verhindern von neurologischen Schäden beim Kind durch die CTG-Überwachung ist nicht möglich.
  • Um im Falle eines Gerichtsprozesses abgesichert zu sein, sind Ärzte dazu angehalten, CTG-Überwachungen durchzuführen.
  • Hebammen werden leider oft durch CTG-Geräte ersetzt und es fehlt dadurch an empathischer Zuwendung.
  • Der Technik wird leider mehr vertraut als der Ausbildung und Erfahrung als langjähriger GeburtshelferIn.

 

Wir empfehlen, häufige CTG-Untersuchungen oder Dauerüberwachung abzulehnen (Dopton-Gerät oder Hörrohr sind ein guter Ersatz) und sich für Ihre Geburt einen ruhigen und ungestörten Ort zu suchen (rechtzeitig!). Wählen Sie bereits in der Schwangerschaft eine eigene, private Hebamme aus, die als Wahlhebamme in Ihrer Geburtsklinik arbeiten darf. Somit haben Sie immer eine einzige Ansprechperson: in der Schwangerschaft und vom Beginn der ersten Wehe bis nach der Geburt, wenn Sie Ihr Baby in Händen halten.

Wir empfehlen werdenden Müttern und Vätern, sich Geburtshäuser und Hebammenpraxen-mit-Geburtsmöglichkeit anzusehen oder sich über Hausgeburt zu informieren. Die persönliche Betreuung, die Zeit und Ruhe sind weitaus besser als im Klinikalltag. Die Sicherheit der Geburt ist bei gesunden Schwangeren und gesunden Babys im Geburtshaus oder zuhause gleich hoch wie im Spital. Geburtskomplikationen entstehen oft erst mit dem Eintritt ins Spital und den Routinemaßnahmen, die die Geburtsverlauf negativ beeinflussen.