Ernährung

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und die 5-Elemente-Ernährung bietet viele hilfreiche Leitlinien für eine stärkende Ernährung in der Schwangerschaft, im Wochenbett und für Babys und Kinder. Die ersten Wochen nach der Geburt werden das GOLDENE MONAT genannt. Eine wichtige Zeitspanne, wo Erholung und Ruhe, sowie hochwertige, kräftigende Ernährung für die Mutter im Vordergrund steht. (Eine Empfehlung von Claudia Lorenz, TCM-Therapeutin in Wien www.taishan.at)

 

TCM – Der Goldene Monat und die Kaiserschnittnarbe

Der Goldene Monat:
Viele Frauen nehmen keine Rücksicht auf ihre Gesundheit nach der Entbindung. Dabei sind es nur einige wenige einfache Verhaltensweisen, die die Frau davor bewahren später gesundheitliche Probleme, wie Hautprobleme, Gelenksprobleme, Venenprobleme und vieles mehr zu bekommen. 4-6 Wochen nach der Geburt ist laut TCM ein spezielles Monat für die Wöchnerin und das Neugeborene. Beide sollen umsorgt, sich geborgen und geliebt fühlen und sich viel ausruhen. Es ist die Zeit in der Mutter und Kind sich kennen lernen, ihren gemeinsamen Rhythmus des Stillens entwickeln und beide sich von der Geburt erholen. Daher braucht es einen Rahmen, in dem sich die Mutter nur auf das Kind konzentrieren kann und in dem ihr auch manchmal das Kind abgenommen wird, damit sie schlafen kann. Familie und Freunde können hier helfen.

In China wird, sofern man es sich leisten kann, eine spezielle Krankenschwester für diese Zeit beauftragt. Früher waren es die eigenen Eltern. Immer wenn eine Frau ein Kind geboren hat, kommen ihre eigene Mutter und auch der Vater um sie zu umsorgen. Einer kocht die Mahlzeiten und die Kraftsuppe, die nach der Geburt gereicht wird, einer wechselt die Windeln, einer kümmert sich um den Haushalt und die Wäsche.
Da man laut TCM, nach der Geburt viel Blut, Qi, Yin, Yang und Jing verliert, müssen diese Regeln eingehalten werden, damit Frau nach dem goldenen Monat wieder kräftig und fit ist. Grundsätzlich dauert die Erholung von einem Kind bis zu 3 Jahren. Das goldene Monat ist eine Investition in die spätere Gesundheit. Sie beugt Haarausfall, Babyblues, Gelenksbeschwerden und vielem mehr vor.

Gut durchs Wochenbett – das goldene Monat:
Hilfe organisieren
• 4-6 Wochen im Bett bleiben
• Die richtigen Nahrungsmittel essen und Kräuter trinken
• Besuche erst später

Der goldene Monat hat ein unglaubliches Heilpotential, dafür sollten verschieden Regeln eingehalten werden:

Regel Nr. 1: Im Bett und zu Hause bleiben, auch wenn Frau sich gut fühlt: Das Goldenen Monat zelebrieren! Das Neugeborene und die Mutter sind verletzlich und anfällig für äußere pathogene Faktoren wie Wind und Kälte. Faktoren, die in dieser Zeit in den Körper eindringen, sitzen in der tiefen Knochenschicht, zeigen sich als Beschwerden erst 3-6 Monate später in den Gelenken und sind oft nur mit einem zweiten Kind, nach dem Frau dann aufpasst wieder loszuwerden. Wenn Frau zu früh aufsteht, kann es zu vermehrter Krampfaderbildung kommen.

Regel Nr. 2: Keine kalten, rohen oder ungekochten Speisen, keine kalten Getränke trinken, keine kalten und nassen Räume.
Empfehlenswert sind blutbildende Lebensmittel wie Datteln, Rosinen, Eier, Spinat, Leber, schwarzer und roter Reis, Schweinefleisch, Lammfleisch, Huhn, Knochensuppe etc.

Regel Nr 3: Nicht baden oder duschen, auch nicht Haare waschen, nur mit einem Schwamm waschen mit heißem Ingwerwasser.
Regel Nr 4: Ingwerbehandlung für Qi und Blut auf die Nierengegend legen, bei Kopfschmerzen: Ingwerwurzel in Kohlblätter eine Stunde im Backofen rösten und dann an auf den Kopf legen und mit einem Tuch befestigen. Den Bauch und Uterus mit Rizinusöl massieren, danach mit einem Verband stramm einwickeln, um die Bauchmuskulatur zu festigen, die Haut straffen und den Uterus seine normale Festigkeit und Stärke zu geben. Akupunktur, um Blockaden im Nierenmeridian zu lösen und erschöpfte Energien zu anzuregen. Die Augen nicht durch lesen oder fernsehen verletzen!

Regel Nr 5: Im Tagesablauf erfolgt die Nahrungsaufnahme in mehreren, kleinen Mahlzeiten: Eiersuppe, Huhn, Fisch, grünes Blattgemüse, Eier, Rosinen, süßer Reis, getrocknete Longan Früchte. 2x täglich leicht gegartes Gemüse und eingekochtes Obst. Kraftsuppe und Knochensuppe verhindern Gelenksschmerzen.
Wichtig: 3x täglich Kraftsuppe, Wu Ji Bai Feng Wan

  • Omega-3-Fettsäuren: Lachs, Thunfisch, Makrele, Hering, Raps- und Walnussöl
  • Wasserlösliche Vitamine: Vollkorn, Obst, Gemüse und Nüsse
  • Eiweiß: Nüsse, Kerne, Milchprodukte, Vollkorn
  • Mineralstoffe: Milch und Milchprodukte, Seefisch und dunkles Fleisch, Kokosnuss
  • Trinken: Roibush, Lapacho, Verbene und einfach Wasser
  • Um Koffein abzubauen, braucht das Baby 3 Tage, daher am besten gleich nach dem Stillen Kaffee trinken. In 3-5 Stunden baut der mütterliche Körper Koffein ab.
  • Naturmolke, Buttermilch, wenn Sommer

 

Kraftsuppe:
2kg BioHuhn
12 Tassen Wasser
60gr Yi Mu Cao (Herba Leonuri Heterophylli) löst Stasis, bewegt Blut
10g Longan Früchte
40g Dang Gui (Rdx. Angelicae Sinensis) tonisiert und bewegt das Blut
(es können auch weiter Kräuter hinzugefügt werden, entsprechend der Konstitution der Frau)
2 Stunden kochen, die Brühe trinken, Fleisch essen, das Huhn mit Fingern essen um Hände geschmeidig zu machen.

Knochensuppe:
1 Kilo Knochen vom Rind, Schwein oder Geflügel
1,5l Wasser
2 EL Reisessig oder Apfelessig
ca. 4 Stunden kochen

 

Ab der zweiten Hälfte des goldenen Monats kann die Frau sehr sanftes Stretching machen, um Qi und Blut zu bewegen. Am Ende des Goldenen Monats steht das rituelle Bad mit Kräutern, die die Nässe aus den Gelenken und Muskeln der Mutter ausleitet. Nach dem goldenen Monat hat die Frau kräftige Fingernägel, leuchtende Haut und Haar, und ist körperlich erholt.

 

Kaiserschnittnarbe:

Diese sollte nachdem sie verheilt ist unbedingt behandeln werden. Sowohl mit Salben als auch von einer Therapeutin, die sich in diesem Bereich auskennt. Man kann genau diagnostizieren bei welchen Meridianen eine Blockade vorliegt. Diese können durch Tuina, Akupunktur, Akupunktur Meridian Massage entstört werden. Probleme, die eine Kaiserschnittnarbe machen können sind: Menstruationsschmerzen, Schmerzen in der Vagina, Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall, Blasenprobleme, etc.

 

Quelle: Claudia Lorenz
Doktorat in TCM – PhD TCM
unterrichtet TCM seit 1995
seit 1989 Gesundheitsmanagement, Gesundheitsberatung & Stressmanagement, Kinesiologie
Naturpraktikerin TCM & TEM Ernährungsberatung
Manualtherapie (Cranio – Faszien – Tuina uvm.) Heilmassage – Körperarbeit – QiGong
Praxis und Lehrinstitut in Wien
www.taishan.at