Im Rahmen eines Pilotinnenprojekts steht Ihnen als schwangeren Frau die Schwangerschaftsbetreuung durch eine eigene Hebamme des Hebammenzentrums Wien kostenlos zur Verfügung. Die Betreuung umfasst 4 Treffen mit der Hebamme (2 Treffen können Hausbesuche bei Ihnen zuhause sein) und 1 Treffen nach der Geburt.
Wenn Sie Interesse an einer kostenlosen Hebammen-Begleitung haben, nehmen Sie bitte Kontakt auf:
Hebammenzentrum Wien, Lazarettgasse 8/Innenhof, 1090 Wien
Tel. 01-408 80 22
Email: freie-hebammen@hebammenzentrum.at
» www.hebammenzentrum.at
Vorstellung des Pilotinnenprojekts
Die Hebamme...
- bespricht alle anfallenden Fragen und erhebt Ihren Gesundheitszustand
- klärt über Schwangerschaft, Geburtsablauf, Versorgung im Wochenbett und Stillen auf
- macht jene Vorsorgeuntersuchungen, die für die Begleitung einer normalen Schwangerschaft nötig sind (Harntest, Blutdruckkontrolle,etc.)
- tastet Ihren Bauch ab und hört die Herztöne Ihres Kindes
- hat Zeit für Ihre großen und scheinbar kleinen Fragen und befasst sich auch mit Ihren Sorgen und Ängsten
- gibt auch werdenden Vätern und Geschwisterkindern Raum
Gratis Hebammenbetreuung für Schwangere
Unterstützung durch Hebammen in der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett
Für die gesundheitliche Vorsorge von Schwangeren und Kleinkindern gibt es in Österreich den Mutter-Kind-Pass. Dieser beinhaltet ärztliche Untersuchungen während der Schwangerschaft und bis zum 5. Lebensjahr des Kindes. Eine Betreuung durch Hebammen ist nicht vorgesehen. Ein Pilotprojekt des Hebammenzentrums Wien soll dies nun ändern, Schwangeren wird eine kostenlose Betreuung angeboten.
Aufholbedarf in Österreich
"Österreich hat enormen Aufholbedarf, was gute und leistbare Betreuung für Mutter und Kind in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett betrifft", sagte Regina Zsivkovits, Geschäftsführerin des Hebammenzentrums Wien, bei der Vorstellung des Pilotprojekts am Mittwoch. So sei in fast allen westeuropäischen Ländern eine Einbeziehung der Hebamme in der Schwangerschaft üblich. Eine flächendeckende Betreuung durch Hebammen würde auch die Kliniken entlasten. "Wenn eine Frau gut vorbereitet ist, wirkt sich das auch positiv auf die Geburt aus", ergänzte Heidi Achter, Obfrau des Hebammenzentrums.
Aufklärung und Untersuchungen
Das Pilotprojekt umfasst vier Kontakte mit der Hebamme, auch Hausbesuche sind möglich. Sie bespricht bei den Treffen alle anfallenden Fragen und klärt über die Schwangerschaft, den Geburtsablauf und die Versorgung im Wochenbett auf. Jene Vorsorgeuntersuchungen, die für die Begleitung einer normalen Schwangerschaft nötig sind, werden von der Hebamme durchgeführt. "Viele Frauen bedauern, dass ihr Bauch während der Schwangerschaft nicht mehr abgetastet wird", so Achter. Bei der Betreuung durch die Hebamme ist das Standard, sie tastet den Bauch ab und hört die Herztöne der Kinder.
Betreuung für 160 Frauen im Jahr
Seit Start des Pilotprojekts im Jänner 2011 wurden bereits 40 Schwangere durch Hebammen betreut, die Erfahrungen sind positiv. "Bei keiner dieser Frauen war ein Kaiserschnitt notwendig", so Zsivkovits. Gefördert wird das Projekt durch die Auerbach Stiftung, die Finanzierung für 160 Frauen im Jahr 2011 ist gesichert. "Unser Ziel ist, mit dem Projekt ein Prozent der Wiener Schwangeren zu erreichen", so Zsivkovits.
Präsentiert wurde auch ein Best-Practice-Beispiel aus Holland. Im niederländischen Hebammensystem ist die Hebamme die erste Ansprechperson für eine schwangere Frau, von der ersten Beratung bis zum Abschluss des Wochenbettes. Solange die Schwangerschaft normal verläuft, sieht die Frau die Hebamme. "Bei einer Risikoschwangerschaft überweisen wir an den Gynäkologen", erklärte Anne Bärtsch, eine freiberufliche Hebamme aus den Niederlanden. (Standard 04. Mai 2011)
