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Ein Kinderfilm zum Thema sexueller Kindesmissbrauch. Geeignet ab 9 Jahren.
Schweiz 1993, Dokumentarspielfilm von Alice Schmid, 29 min.
mit Begleitheft
Sprachen: Deutsch, CH-Deutsch, Italienisch, Französisch
Lieferbar in 10 Tagen
Themen: Eltern/Kind-Beziehung, Erziehung, Freundschaft, Gewalt, Ichentwicklung, Kind, Sexualität.
Gesprächspunkte: Gute und schlechte Geheimnisse, Über Gefühle sprechen: Ja-Gefühle und Nein-Gefühle, Wagen, NEIN zu sagen, Wem würdest du von Schuldgefühlen erzählen? Beratungsstellen.
32 Euro
(exklusive Versandkosten)
Begleitheft in PDF jetzt downloaden sagneinbegleitheft.pdf [3.494 KB]
Die vier Geschichten "Claude", "Anna", "Barbara" und "Carla" sind dokumentarisch belegte Fall-Beispiele über den sexuellen Missbrauch von Kindern. Der Film ist für Kinder und Jugendliche gemacht. Sie, die potentiell Betroffenen, sollen aus dem Film erfahren, dass sie ganz allein über ihren Körper bestimmen dürfen, dass es angenehme und unangenehme Berührungen gibt, dass sie sich unangenehme Annäherungen oder Berührungen nicht gefallen lassen müssen, auch nicht von Erwachsenen, und dass sie darüber sprechen sollen mit jemandem, den sie mögen und dem sie vertrauen. Der Film bietet auch Erwachsenen die Möglichkeit, das Thema "Inzest in der Familie" aus der Sicht der Betroffenen, der Kinder, zu sehen und so zur Prävention des sexuellen Missbrauchs beizutragen.
„Hast du das auch schon erlebt? Jemand berührt dich, und du hast ganz unangenehme Gefühle. Aber du wagst nicht Nein zu sagen.“ Der Film mit dem beliebten Titellied „Nein, ich sag Nein“ hilft Kindern über ihre Gefühle und Geheimnisse zu reden.
Film zur Prävention gegen sexuellen Missbrauch
Anregungen für LehrerInnen, KindergärtnerInnen, Erziehungs- und Betreuungspersonen
(Text zum Film von Gabriela Benzoni, Kinder- und Jugendanwältin)
Wenn Onkel Bert zu Besuch kommt und lustige Zauberkunststücke vorführt, verstummt Anna und schaut nicht einmal zu. Der Grund: Sobald es dunkel ist und alle im Hause schlafen, schleicht sich Onkel Bert zu ihr ins Zimmer. Er fährt mit der Hand unter die Decke und berührt sie, gegen ihren Willen, am ganzen Körper, auch an der Scheide. Bevor Onkel Bert wieder geht, legt er einen Geldschein in Annas Puppenstube und flüstert ihr zu: "Anna, Onkel Bert war nie hier." Eher zufällig erfährt die Mutter, die den Geldschein findet, von diesem Geheimnis. Sie reagiert sofort und erklärt Anna den Unterschied zwischen "guten" und "bösen" Geheimnissen. "Schlechte Geheimnisse machen angst. Weißt Du eigentlich schon, was ich Dir übermorgen zum Geburtstag schenke? - Siehst Du: Das bleibt vorläufig mein Geheimnis. Es macht Spaß. Das ist eben ein gutes Geheimnis. Schlechte Geheimnisse aber sollst Du nicht für Dich behalten, auch wenn Du es versprochen hast."
Die eben geschilderte Szene ist eines der Fall-Beispiele aus dem sehr behutsamen und feinfühligen Dokumentar-Spielfilm "SAG NEIN" von Alice Schmid. Mit den Geschichten von Anna, Claude, Barbara und Carla werden Kinder auf Gefahren des sexuellen Missbrauchs in der Familie und ihrem näheren Lebensumfeld aufmerksam gemacht. Der Film motiviert sie aber auch, sich für die eigenen persönlichen Rechte oder für die ihrer Freundlnnen einzusetzen, macht Mut zum Widerstand und ermuntert die Kinder, sich mitzuteilen und Hilfe zu suchen.
Erwachsenenbildung:
SAG NEIN eignet sich aber auch zum Einsatz in der Erwachsenenbildung. Damit lässt sich ein längerfristiges Ziel verfolgen. So ähnlich wie die Sexualerziehung vor zehn bis fünfzehn Jahren zu einem selbstverständlichen Erziehungsprinzip in Schule und Elternhaus wurde und wir heute zufrieden feststellen können, dass Kinder und Jugendliche hier recht gut informiert und unterstützt sind, so sollte auch das lange tabuisierte Thema "sexueller Missbrauch in der Familie" zum begleitenden Erziehungsprinzip werden.
Dabei geht es im Wesentlichen um die Vermittlung folgender sieben Botschaften:
Fallbeispiele
Eine Lehrerin berichtet, dass ihr, nachdem sie mit ihrer Klasse das Thema bearbeitet hatte, zwei Schülerinnen folgendes anvertraut haben: Eine Schulkollegin hat ihnen vor einigen Wochen mitgeteilt, dass sie an einem Abend, als sie allein zu Hause war, vom Hausbesitzer in den Keller gelockt und dort missbraucht wurde. Er hat ihr verboten, den Eltern etwas zu sagen, mit der Drohung, die Familie würde die Wohnung verlieren. Das Mädchen hat aus Angst und Scham geschwiegen und nur ihren Freundinnen davon erzählt. Offenbar war es diesen auch erst nach der präventiven Arbeit in der Schule möglich, die Lehrerin in das Geheimnis einzuweihen. Sie wiederum bespricht mit professionellen Helfern die nächsten Schritte. Ein begleiteter Aufdeckungsprozess kann beginnen.
Ein Mädchen an einer Berufsschule wendet sich nach der Besprechung der sieben Botschaften im Unterricht vertrauensvoll an ihren Lehrer, um ihm mitzuteilen, dass sie bei einer früheren Lehrstelle, die sie nach zwei Wochen aus Verzweiflung aufgegeben hat, vom Ausbildner sexuell belästigt wurde. Sie und ihre Eltern haben versucht, die Sache aufzudecken, der Ausbildner reagierte aber mit der Drohung, er werde sich den besten Rechtsanwalt nehmen und bis zur letzten Instanz durchkämpfen. Darauf hat die Familie aus Angst und Scham geschwiegen. Professionelle Helferlnnen, an die sich der Lehrer nun wendet, können das Mädchen und ihre Eltern beraten und zum Gericht begleiten, falls sie mit dieser Unterstützung eine Anzeige machen wollen.