Rhesus negativ

Rhesusfaktorbestimmung des Kindes

Rhesusnegative Frauen (das sind ca. 15% aller schwangeren Frauen) haben das Risiko, dass sie im Rahmen einer Schwangerschaft und Geburt durch ihre rhesuspositiven Kinder gegen den Rhesusfaktor immunisiert werden. Dies führt in weiteren Schwangerschaften zu erheblichen Problemen bzw. zu einer Gefährdung der Kinder durch den „Morbus hämolyticus neonatorum (MHN).
Vor der Einführung der Rhesusprophylaxe (vor dem Jahr 2000) war 10% der peripartalen Kindersterblichkeit durch MHN bedingt, bei etwa 1 von 2.200 Geburten ist ein tödlicher MHN aufgetreten. Durch die Einführung der Rhesusprophylaxe konnte die Kindersterblichkeit durch MHN spürbar gesenkt werden (~ um den Faktor 30).

Die Einführung der nicht invasiven pränatalen Rhesus-Diagnostik ermöglicht durch eine Blutabnahme bei rhesusnegativen Schwangeren vorherzusagen, ob das Baby rhesus-positiv oder rhesus-negativ ist. Im Falle rhesusnegativer Babies (38%) kann auf die Gabe der Rhesusprophylaxe verzichtet werden!

Die Rhesusprophylaxe ist ein humanes Plasmaderivat und sollte deshalb sehr sorgfältig eingesetzt werden, weiters ist es auch eine knappe Ressource. Wenn die Schwangeren das Pech haben und bereits Rhesus-immunisiert sind (d.h. Risiko eines MHN besteht), profitieren sie natürlich besonders, da bereits frühzeitig festgestellt werden kann, ob das Kind zu den 38% Rh-negativen Kindern gehört und daher in dieser Schwangerschaft mit keinen MHN-Problemen zu rechnen ist.

Dieser Bluttest kann beim Wiener Roten Kreuz, Wiedner Hauptstrasse, 1040 Wien durchgeführt werden. Zurzeit ist es leider keine medizinische Leistung, die von der Krankenkasse übernommen wird und muss daher privat bezahlt werden (100 Euro). Im Wiener AKH wird der Test auf Krankenkasse angeboten.

 

Die Geburtsallianz Österreich fordert:

  • dass jeder Gynäkologe/jede Gynäkologin in der Ordination diesen Bluttest durchführen sollte.
  • dass ein Test, der seit dem Jahr 2000 existiert, endlich flächendeckend in Österreich zur Anwendung kommt.
  • dass somit die Unannehmlichkeiten für die werdende Mutter durch die engmaschigen Kontrollen und Impfungen entfällt.
  • dass die Kosten zur Gänze von der Krankenkasse übernommen werden und der Test nicht von der schwangeren Frau zu bezahlen ist.
  • dass Einsparungsmöglichkeiten von der Politik wahrgenommen werden! Immerhin fallen 38% der derzeitigen Kosten für Rhesusprophylaxen weg, was rund 60 Euro pro Rhesusprophylaxe pro Person bedeutet: 77.000 Geburten pro Jahr in Österreich, davon 15%=11.550 schwangere rhesusnegative Frauen, davon 38%=4.389 x 2 unnötige Prophylaxegaben x 60 Euro=526.680 Euro pro Jahr Einsparungspotential für das österreichische Gesundheitssystem!!

 

Datenblatt Rhesusfaktorbestimmung des Kindes durch nicht-invasive Pränataldiagnostik
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Organisation und Durchführung
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Fax: +43(1) 58 900–463
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Medizinische Auskünfte
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Allgemeine Kundenbetreuung
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