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Globaler Aktionstag gegen Gewalt in der Geburtshilfe: 25. November

Gewalt während der Geburt passiert tagtäglich in den österreichischen Geburtskliniken, ist aber ein Tabu. Die negativen Erinnerungen an die Geburt oder auch die große Angst vor der Geburt hat oft in erster Linie nicht mit den naturgegebenen Schmerzen eines normalen Geburtsprozesses zu tun. Vielmehr geht es um das Ausgeliefert-Sein, die Hilflosigkeit und Machtlosigkeit der gebärenden Frauen und deren Partner und Babys. Wir Mütter und Väter sollten schlechte Erfahrungen an die einzelnen Ärzten, Hebammen und Krankenhäuser rückmelden, denn wir sind die KonsumentInnen dieser Geburts-Hilfe, sodaß sich endlich etwas ändert! Betriebsblindheit macht auch vor mediznischem Personal nicht halt!

Die globale Bewegung gegen Gewalt in der Geburtshilfe : 25. November - Wir legen eine rosa Rose vor die Kreißsaaltür, hinter der uns Gewalt angetan wurde.

Um mal die Definitionen zu klären: eine Vergewaltigung ist ein sexueller Übergriff auf einen anderen Menschen, durchgebracht mit körperlicher oder verbaler Gewalt – also gegen den Willen des Opfers. Und damit sind wir auch schon beim Tabu-Thema. Nämlich, dass sowas in Kreißsälen statt findet und dass das keine Seltenheit ist.

So gern die Gynäkologie uns seit Entstehung der Fachrichtung davon überzeugen möchte, dass ihr Gebiet nichts mit Sexualität zu tun hat – sie hat es doch. Im Zentrum der Gynäkologie, und damit Geburtsmedizin als Teilgebiet, steht nun einmal die individuelle Frau mit ihren Körper- und Seelenteilen. Die Geburtsmedizin und -hilfe betreut ein sexuelles Wesen, die Frau in schwangerem Zustand. Das Augenmerk der Geburtsmedizin liegt auf den Geschlechts- und Fortpflanzungsorganen der Frau, dem assoziierten Sitz ihrer Sexualität. Eine Betreuung in diesem Bereich, auch wenn der Fokus gern auf das angeblich asexuellen Kind gelegt wird, bleibt eine an Sexualität und damit Empfindsamkeit und Intimität geknüpfte Begleitung.

Es geht um den Körper, in den Ärzte ohne Absprache, Informationen, Nachfrage Finger oder Gegenstände stecken und damit u.U. verletzen – auch Bitten oder Flehen aufzuhören ignorierend – da kann man annähernd verstehen, was Vergewaltigung im geburtsmedizinischen Zusammenhang bedeutet. Es bedeutet aber auch, dass dem Opfer nicht zugehört wird. Es bedeutet, dass Übergriffe jeder Art mit pseudofaktischen Gründen wegerklärt werden können. Noch immer lebt der Mythos des Halbgott in Weiß. Es bedeutet, dass die Opfer keine Anerkennung als Opfer erfahren, sondern doch “froh sein sollten, dass sie und das Kind gesund sind”. Es bedeutet, dass sie nicht nur sexualisierte Gewalt erfährt, sondern auch der Start in ein Leben als Mutter immens gestört wird.
(Quelle: Birth Rape)

Gewalt bedeutet auch:

Das müssen nicht unbedingt an sich schmerzhafte Interventionen oder massive medizinische Eingriffe sein – auch scheinbar harmlose Situationen oder Handlungen an der Gebärenden können von ihr als Akt der Gewalt erlebt werden. Körperliche Schmerzen, verursacht durch vaginale Untersuchungen, das Legen einer Braunüle, die Damm-Naht, ein Dammschnitt und dergleichen werden für sich alleine in der Regel nicht als Gewalt empfunden. Massive oder invasive Diagnostika und Therapien wie beispielsweise der Vaginalsono, die Amnioskopie, MBU´s oder Kristellern lösen dagegen schon häufiger Ängste und Gefühle von Bedrohung oder Übergriff aus.
Meist entscheiden jedoch vor allem die Umstände und die Art der Behandlung, wie und ob solche Eingriffe als Gewaltakte empfunden werden.

Nicht mehr über den eigenen Körper entscheiden zu können, nicht fliehen zu können, sich nicht effektiv wehren zu können, verschärft das Gefühl der Machtlosigkeit und ist extrem belastend. Dies trifft auf Vergewaltigungsopfer ebenso zu wie auf eine Frau, die in den Wehen liegt und gegen ihren Willen untersucht wird, einen vorzeitigen Dammschnitt erleidet oder auf deren Bauch ungefragt mit Knien und Ellenbogen kristellert wird. Die Wehen setzen zwar ihre Wehrhaftigkeit herab, aber gerade nicht ihre Empfindsamkeit gegen verbale oder körperliche Übergriffe. Dass Frauen sich in die Abhängigkeit von Klinikpersonal begeben, sobald sie den Kreisssaal betreten, bedeutet nicht, dass sie automatisch die Verantwortung und die Entscheidungsgewalt über ihren Körper abgeben wollen.

Erleben von Gewalt hängt ab von:

Eine Frau, die voll Kummer über die verlorene Freude der Geburt oder tief verletzt von dem Verhalten der GeburtshelferInnen ist, hat manchmal wenig bis keinen Raum für das Kind, für Glücksgefühle und Fließenlassen. Ausgelöst durch die Gewalterfahrung haben Mutter und /oder Kind das Vertrauen in das Leben oder die Umwelt verloren. Angst, Misstrauen und
Vorsicht bestimmen das Verhalten. Daher ist die erste Aufgabe, beiden einen sicheren Raum zu bieten, wo sie ihre Seele wieder langsam öffnen und die Wunden lecken können.


Wenn Sie sich mehr mit der Thematik befassen möchten (Literaturliste, Fortbildungen) können Sie die Autorin kontakten über hebwerk@t-online.de. Dort bekommen Sie auch Informationen über die interdisziplinäre Fachgruppe TARA (Betreuung von Frauen mit sexueller Gewalterfahrung in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett), Projektgruppe im Bund Deutscher Hebammen e.V. » www.hebammenhandwerk.de
(Quelle: Auszugsweise vom Vortrag Tara Regine Franke, 6. Dt. Still- und Laktationskongress in Göppingen, November 2007)
Gesamten Text lesen: » das_schone_wurde_mir_genommen_dhz_2008.pdf [10.059 KB]